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Analytics-Strategie – yet another strategy?!

Mit dem folgenden Beitrag möchte ich aus meiner Erfahrung mal ein paar Anlässe und auch gute Gründe für das Thema Analytics-Strategie diskutieren, denn es ist wichtig zu wissen, warum man sich jenseits der Marketingstimmen damit als Organisation befassen sollte. Business-Intelligence-Strategie, Datenstrategie, Digitalisierungsstrategie, IT-Strategie, Big-Data-Strategie und jetzt noch eine Analytics-Strategie – wie viele Strategien braucht eine wettbewerbsfähige Organisation, damit sie wettbewerbsfähig bleibt? Pauschale Antworten auf diese Frage sind schwierig, aber es gibt beispielsweise folgende Indikatoren für die Sinnhaftigkeit:

  • Ihre Organisation will Möglichkeiten von Analytics für sich ausloten und Prozesse optimieren, um Defizite aufzulösen oder Wettbewerbsvorteile zu generieren. Dazu gehören auch geplante Maßnahmen zur Digitalisierung und Prozessneukonzeption, in deren Rahmen auch Analytics-Aspekte zu berücksichtigen sind oder zumindest deren Sinnhaftigkeit zu prüfen ist.
  • Es besteht der Wunsch, das Potenzial Ihrer existierenden Datenquellen wie einem Data Lake – besser ausschöpfen zu können.
  • Projektverantwortliche Ihrer Organisation stehen bei der Ausgestaltung von Analytics-Projekten vielen Entscheidungen gegenüber, die eigentlich organisationsweit zu treffen sind (Extern einkaufen oder kann meine Organisation das schon? Wie gehe ich mit Daten um? Wie integriere ich das Ergebnis in die Organisation und die Prozesse?).

Auch die Existenz erster Analytics-Projekte in Ihrer Organisation sind ein guter Anlass, über eine analytische Strategie nachzudenken. Denn nur so können Sie technische und prozessuale Umgebungen schaffen, die den Erfolg der Projekte langfristig sichern, um Insellösungen zu verhindern und Hürden bei der Betriebsübernahme frühzeitig zu adressieren und bestmöglich zu umschiffen.

Wir brauchen eine Analytics-Strategie! Und nun?
Eine Analytics-Strategie sollte einerseits stets mit der Findung eines strategischen Zielbildes beginnen, also eine Antwort auf die Fragen: „Warum brauchen wir Analytics und was wollen wir damit erreichen?“. Mit der Erfahrung aus Projekten zeigt sich, dass dazu eine gemeinsame Definition für Analytics in der konkreten Organisation zu finden ist.

Natürlich gibt es Lehrbuchdefinitionen, aber: ist die OCR-Erkennung in Dokumenten nun von der Analytics-Strategie erfasst oder ist sie ein ganz anderes Thema, weil es nur Bestandteil der Werkzeuge ist? Und was hat Artificial Intelligence mit Analytics zu tun? Sie bemerken sicherlich, dass es nicht so einfach ist, die Diskussion zu führen. Wichtig ist aber, dass diese Diskussion geführt wird und in einem Miteinander Festlegungen erfolgen, die als Rahmen den Erfolg Ihrer Analyticsbemühungen eher sichern.

Andererseits ist es für eine Analytics-Strategie wichtig, konkrete Analytics- Themen zu sammeln und neue Projektideen zu entwickeln. Diese Themen sind es, die Ihren Wettbewerbsvorteil generieren und im Sinne eines „Business Case“ den zentralen Treiber für eine Analytics-Strategie darstellen. Lassen Sie sich beispielsweise von Methoden wie dem System Thinking zur Kreativitätsförderung und auch dem Periodensystem der KI inspirieren! Wenn sich allerdings organisationsweit keinerlei Themen ergeben, die sich unter der gemeinsamen Definition von Analytics subsummieren lassen, ist auch die detaillierte Ausgestaltung einer Analytics-Strategie mindestens in Frage zu stellen. Diese sollte Ihnen ja immer die Frage beantworten können, warum Sie als Unternehmen diesen Aufwand überhaupt auf sich nehmen.

Die Gestaltung einer Analytics-Strategie erfolgt dann in den Dimensionen: Personen (Ressourcen), Kultur, Organisation, Prozesse, Architektur, Werkzeuge und ganz zentral Daten – mehr dazu in einem meiner nächsten Blog-Beiträge (stay tuned ;))!

Wichtig ist allerdings: stimmen Sie die Analytics-Strategie mit den eingangs benannten Strategien ab! Überschneidungen zur Business-Intelligence- und zur Datenstrategie sind beispielsweise bei Themen wie Data Governance inklusive Datenschutzkonzept, Datenqualitätsmanagement oder auch Datenversorgung und Datenspeicherorten zu erwarten. Auch das Thema Digitalisierung ist beispielsweise in der Realisierung bezüglich der zu betrachtenden Prozessziele vielleicht nur über den Einsatz von Analytics in den Prozessen darstellbar. Damit sind die Analytics-Ressourcen auch ein Asset für die Digitalisierung. Die Überschneidungen zur IT-Strategie sind bei Architektur und Werkzeugwahl zu finden. Die Abstimmung ist also wichtig für den Erfolg aller Strategien und zeigt, dass Analytics durchdacht in einer Analytics-Strategie in den Unternehmen Teil des Wandels sein sollte, um verstetigte Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten!

Jetzt möchte ich es nicht verpassen allen Lesern zu danken und einen guten Start in ein von Glück und Gesundheit geprägtes 2020 zu wünschen.

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