TDWI Blog

Low code … wow App?!

Bei einem Konzert in der Kulturmetropole Leipzig würde man sagen: vor ausverkauften Rängen – bei einem Anwenderforum des TDWI vielleicht eher – mit ausgeschöpfter Teilnehmerzahl – fand am 28.2.2020 an der HTWK in Leipzig das erste Anwenderforum des Jahres 2020 statt. Als Dozent agierte Elias Steine, ein TDWI Young Gun, der mit seiner großen Begabung für alle Themen rund um Microsoft sicher schon einigen von Ihnen aufgefallen ist. Ziel des Workshops war die Entwicklung zweier eigener Apps in knapp drei Stunden durch die Teilnehmer. Damit sollte auch eine eigene Bewertung möglich sein, ob die versprochene Einfachheit von Low Code tatsächlich im eigenen Umgang spürbar ist.

Eine Low-Code-Application-Platform (LCAP) ermöglicht die Erstellung von Anwendungen ohne größere Programmierkenntnisse und ist dadurch auch für den Fachbereich nutzbar (Self Service ist ja ein bekannter Dauerbrenner …). Anstelle eigener Programmbausteine in Form von Code werden vorgefertigte grafische Elemente zusammengefügt. Mit diesem Ansatz stehen die Low-Code-Plattformen in der Tradition oder sogar als Nachfolger der Rapid-Application-Development Werkzeuge, die bereits in den 1980er Jahren Softwareentwicklung flexibler und schneller werden ließen. Die Hauptursache der aktuell zunehmenden Verbreitung der Low-Code-Application-Platforms (LCAP) wird im Mangel an entsprechend qualifizierten Programmierern gesehen. Im Kontext der Business Intelligence und Analytics bieten LCAPs den Fachbereichen die Möglichkeit, einen Schritt weiter zu gehen. So können aus Erkenntnissen Handlungsempfehlungen abgeleitet und zum Teil sogar prozessual umgesetzt werden. Traditionell sind hierfür oft zeit- und kostenintensive Erweiterungen in ERP oder CRM Systemen nötig. Mit Low-Code Apps ist dies mit einem verhältnismäßig geringen Aufwand möglich zumal der Fachbereich selbst die Weiterentwicklung übernehmen kann. Generell ist allerdings das Thema Schatten IT, also der Aufbau von Systemen, die nicht durch die IT-Abteilung aufgebaut und betrieben werden, schon lange vital und beginnt nicht erst mit der Verfügbarkeit der LCAP. Die Vor- und Nachteile, insbesondere aus einer Risikoperspektive, diskutierte dann auch Elias Steinle im Rahmen seines Workshops. Der Vorteil der einfachen Entwicklung birgt natürlich das Risiko, dass keine sorgfältige Planung erfolgt und damit beispielsweise existierende Standards ignoriert, Schnittstellen nicht genutzt und notwendiges Know-How (immer wieder) neu aufzubauen ist. Auch entstehen Risiken, die vielleicht für den einzelnen kaum bewertbar sind, die im Einzelnen die Daten- oder im Allgemeinen die IT-Sicherheit betreffen. Herausforderungen entstehen oft spätestens dann, wenn die Nutzerzahl zunimmt und gleichzeitig Transparenz über einzelnen Handlungen abnimmt. Dem gegenüber stehen allerdings positive Effekte wie die Nutzung der Innovationskraft des Fachbereichs für Schritte der Digitalisierung ebenso wie auch das schnelle und unkomplizierte Kennenlernen und Verändern fachlicher Prozesse. Letztendlich lassen sich Lerneffekte im Fachbereich in Bezug auf Prozesse erzielen, ohne eine IT-Abteilung damit zu belasten.

Sicherlich sind diese Aspekte zu durchdenken und auch für jede Organisation abzuwägen. Im Workshop ging es aber vor allem erst einmal darum, die Möglichkeiten kennenzulernen und auch für sich selbst festzustellen, ob die Entwicklung tatsächlich so einfach wie versprochen ist. Die erste Entwicklung war eine kleine TDWI Event App, die auf einfache Weise Übersicht zu aktuellen Veranstaltungen ebenso wie die Möglichkeit zur direkten Anmeldung gab. Dabei wurde neben Formatierungsmöglichkeiten auch die Anbindung von Datenquellen und das Zurückschreiben auf selbige dargestellt. Die zweite App beschäftigte sich mit dem Thema Sprachassistenz. Ein aktuell viel diskutiertes Thema, das auch im aktuellen Gartner Hype Cycle zum Thema Artificial Intelligence äußerst prominent bewertet wird. In der Praxis könnten beispielsweise Call-Center Mitarbeiter selbst eigene Sprachassistenten bauen, überwachen und ständig verbessern.

So lernten die Teilnehmer auf einfache Weise Variablen zu initialisieren, sogenannte Flows zu erstellen, Oberflächen zu gestalten, um auf diese Weise wirklich selbst am eigenen Laptop die Entwicklung durchzugehen. Der eigene Erfolg stimmte die TeilnehmerInnen sehr zufrieden und so konnte der Tag noch bei einem netten Miteinander ausklingen.

Tanja Kenda, die das Anwenderforum seitens des TDWI e.V. mit organisiert hat, hat auch aktiv teilgenommen: „Durch die Art und Weise, wie Elias Steinle alles Schritt für Schritt erklärt hat, konnte ich sehr gut folgen und hatte am Ende tatsächlich eine eigene App erstellt! Es ging primär um die Erstellung und den Aufbau und nicht so sehr um das Design der App. Am Aussehen konnte ich im Anschluss selbst noch etwas ‚feilen‘. Im zweiten Teil der Veranstaltung, der Erstellung des Chatbots, fand ich besonders den logischen Weg interessant und wie einfach dieser in Low Code aufzubauen ist. Alles in Allem hat sich der Nachmittag mehr als gelohnt!“

Merken Sie sich jetzt schon den Termin für das nächste Anwenderforum am 16. Oktober in Stuttgart vor.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.